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Beschreibung

Grimmenstein

Grundriss Schloss und Festung Grimmenstein um 1545

Ab 1531 erfolgte der Neubau des Schlosses Grimmenstein anstelle der 1316 erstmals erwähnten wettinischen Burg. Zeitgleich begann der Ausbau zur stärksten Festung der Ernestiner und Hauptfestung der Protestanten bis 1545. Bauherr war der Kurfürst Johann Friedrich I. der Großmütige von Sachsen (1503-1554). Geplant und errichtet wurden die Bauten unter den Renaissancebaumeistern Kunz Krebs, Hans Zinkeisen, Andreas Günther und Nikel Gromann.

Eine erste Schleifung erfuhren die Befestigungsanlagen nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1547. Der Wiederaufbau erfolgte ab 1552. Eine grundlegende Zerstörung von Schloß und Festung folgte 1567 nach der Belagerung in den Grumbachschen Händeln.

Bis 1643 lag der Schlossberg mit den eingeebneten Trümmern wüst.

Friedenstein

Auf den Grundmauern des Grimmensteins ließ Ernst I. der Fromme (1601-1675), in den Jahren 1643 bis 1655 das Schloss Friedenstein als Residenz für sein Herzogtum Sachsen-Gotha errichten. Am 03.07.1655 fand die Grundsteinlegung für den „Verwahrungsbau“ des Schlosses statt. Bis 1672 dauerte die Fertigstellung des Kernwerkes.

Durch die drohende Türkengefahr folgte ab 1663 zusätzlich die Neubefestigung der Stadt Gotha und die Verstärkung der Friedensteinischen Fortifikationen. Bis um 1686 waren die Befestigungen fertiggestellt, ihre Wirksamkeit musste glücklicherweise nie unter Beweis gestellt werden.

Ab 1772 ließ Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg die mittlerweile veralteten Befestigungsanlagen zugunsten der Vollendung des Schlossparks niederlegen. Bis zum Jahre 1811 waren sämtliche Wälle und Gräben eingeebnet worden.

Ansicht Schloss Friedenstein mit Fortifikation von Nordwesten 1667

Baumeister und Bauweise

Die Planung und Ausführung zum Bau der Befestigungsanlagen lag bei den Baumeistern Andreas Rudolph und Caspar Vogel. Ferner hatten Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, der Bruder Ernst des Frommen und dessen Baumeister Johann Moritz Richter d. Ä. maßgeblich die Planung beeinflusst.

Die Anlagen wurden im Altniederländischen Befestigungssystem mit Oberwall, Niederwall und den kasemattierten Eskarpenmauern in den Festungsgräben errichtet. Das Kernwerk ist als unregelmäßiges Bastionärsystem mit vier Eckbastionen ausgeführt. Dazu kamen ab 1672 vorgelegete Ravelins und Kontergarden. Die Gräben waren 20-30 m breit und 10 m tief. Der Erdaushub wurde als Oberwall über die in offener Bauweise hergestellten Kasemattengewölbe aufgeschüttet. Zeitweise waren bis zu 2500 Arbeiter gleichzeitig beschäftigt. Vor allem Transportarbeiten von Erde, Steinen, Holz, Sand u. v. m. waren durch Hand- und Spannfröhner zu bewerkstelligen. Aus dem ganzen Herzogtum wurden Maurer, Steinmetze, Steinbrecher, Zimmerleute, Bergleute, Kalkmischer, Kalkbrenner, Kalklöscher, Sandwäscher, Holzfäller, Schmiede u.a. angefordert. Letztendlich war der finanzielle Aufwand für den Bau der Befestigungsanlagen weit höher als der für den Schlossbau selbst.

Heutiger Zustand

Die heute unter dem Park liegenden Kasemattenanlagen sind zum Großteil – wenn auch verschüttet - erhalten geblieben. Nach ihrer Fertigstellung besaßen die Gewölbe eine Länge von ca. 2,5 km und lagen in bis zu drei Ebenen übereinander.

Der freigelegte ca. 300 m lange Rundgang zeigt anschauliche Beispiele von unterirdischen Schartenkammern, Büchsengalerien, Hinterwehren, Verbindungstreppen und –gängen, Konterminenschächten, Aufzugsschächten und anderes mehr. Sichtbar sind ebenso Teile der Befestigungsanlagen des Grimmensteins aus den 30/40er Jahren des 16. Jahrhunderts, wie die Hauptmauer, Bastei, Brunnen und die Futtermauer des Grabens. Weiterhin sind Reste von Einbauten der jüngeren Nutzungen als Herzoglicher Eiskeller, Bier- und Weinlager und Luftschutzkeller zu sehen. Weitere Untersuchungen zu den Kasemattenanlagen und den erhaltenen Teilen des Grimmensteins sind zur Zeit im Gange.

Der Rundgang dauert etwa eine Stunde und erfolgt in Gruppen bis max. 15 Personen.

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