INFORMATIONEN ZUR AUSSTELLUNG

Selbst 18 Jahre nach seinem Tod ist Kurt W. Streubel etlichen Bürgerinnen und Bürgern in Gotha ein Begriff. Andere, die ihn nicht kennen oder über wenig Kenntnis auf dem Gebiet der Kunst der DDR verfügen, sind oft erstaunt, dass die Kunstproduktion in der DDR über den sozialistischen Realismus hinaus geht.

Kurt W. Streubel kommt nach Ende des zweiten Weltkriegs nach Gotha und beginnt sich schon kurz nach dem Krieg für ein freies Kunstleben in Thüringen einzusetzen. Als Mitbegründer der Gewerkschaft 17 und Student der Staatlichen Hochschule für Baukunst und bildenden Kunst in Weimar, unter anderem beim Bauhäusler Hanns Hoffmann-Lederer, will er gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern unmittelbar an die von den Nationalsozialisten verfemte klassische Moderne und das Bauhaus anknüpfen. Die Formalismusdebatte stoppt ab 1951 diese Bestrebungen, weshalb das junge Kunstleben in Thüringen ausblutet: Viele verlassen das Land Richtung Westen oder ziehen sich in die innere Emigration zurück. So auch Kurt W. Streubel. Er sollte Zeit seines Lebens Schwierigkeiten in der Ausübung seines Berufs bekommen, weshalb er vor allem als Gebrauchsgrafiker seinen Lebensunterhalt bestreitet.

    Als Künstler bleibt er, wenn auch hauptsächlich im Privaten, aktiv. Erst in den späten 1970er Jahren wird er in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen und zu seinem 60. Geburtstag 1981 mit einer Ausstellung in Gotha geehrt. Kurz vor seinem Tod im Jahr 2002 trägt eine Ausstellung in Altenburg und Sonneberg sein Oeuvre erneut zusammen.

    Seit dieser letzten Einzelausstellung Kurt W. Streubels sind mittlerweile 18 Jahre vergangen. So ist es zu seinem 100. Geburtstag umso mehr an der Zeit, dem Künstler Kurt W. Streubel eine Ausstellung zu widmen. Gerade vor dem Hintergrund der weiterentwickelten kunsthistorischen Forschung zur abstrakten und ungegenständlichen Kunst der DDR, scheint sich das Werk des Künstlers für eine Neubetrachtung, wie sie die Ausstellung anstrebt, besonders zu eignen.

    Ziel der Ausstellung ist es, das Oeuvre des Künstlers zu präsentieren und Streubels Rolle in der Kunstgeschichte der DDR zu beleuchten. Neben Malerei und Grafik werden auch Gebrauchsgrafik und Lyrik in Verschränkung miteinander gezeigt.

     

    HINGESCHAUT – "Ein Versuch der Armut" von Kurt W. Streubel mit Anne-Kathrin Hinz (Forschungsstelle Informelle Kunst, Uni Bonn)

    HINGESCHAUT – Kosmische Komposition von Kurt W. Streubel mit Michaela Mai (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

    HINGESCHAUT - Gelenkter Zufall bei Kurt W. Streubel

    hingeschaut – Landschaftszeichnungen von Kurt W. Streubel

     

    Geburtstagsgrüsse an Kurt W. Streubel